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 Einige historische Daten und Begebenheiten aus der Geschichte

unseres Heimatortes


Wir gehen von einer sehr frühen Besiedlung der Gemarkung unserer Gemeinde aus, was auch durch Funde aus der jüngeren Steinzeit belegt ist. Über die Entstehung des Ortes gibt es bisher keine dokumentierten Angaben. Als ältester Zeuge einer Siedlung gilt allgemein unter Fachleuten und Interessierten der Turm der hiesigen St. Martini Kirche, dessen Errichtung der Zeit um 900 zugeordnet wird.

Dokumentiert ist die Entwicklung des Dorfes bisher wie folgt:

 

28.02.1205  

Erste urkundliche Erwähnung.
In Nienburg wird ein neuer Abt eingesetzt.
Im Petersdom zu Rom beurkundet ihm der Papst Innocenz III. den Besitz von 4 Hufe Land in Ekkehardestorp. Unser Ort gehörte in jener Zeit in der Grafschaft Mühlingen zum Herzogtum Sachsen.

22.02.1214  

Bernhardius de Ekkehardestorp wird als Zeuge am Provinzialgericht des Grafen Bederich in Mühlingen genannt.

15.10.1233  

In einer Urkunde des Grafengerichts von Mühlingen werden u. A. Bernhard von Eggersdorf und Eicke von Repgow als Zeugen genannt.

1267  

Hermann von Eggersdorf wird Schulze von Magdeburg.
Das Amt verkauft sein Sohn, Dietrich von Eggersdorf, 1294 für 300,- M an die Stadt Magdeburg.

1300  

Erwin von Eggersdorf schenkt dem Kloster Berge einen Baumgarten. Danach verliert sich das Geschlecht derer von Eggersdorf im Dunkel der Geschichte.

1562  

Große Kirchenvisitation in Eggersdorf.
Es werden 36 Hauswirte mit Familie gezählt.
Im Bericht wird auch Klage über den mangelhaften Kirchenbesuch geführt.

1650  

Eggersdorf im 30 jährigen Krieg
Es war wohl die schrecklichste Zeit in der Geschichte unseres Ortes.
In jener Zeit durchzogen z. T. mehrfach die Kaiserlichen-, die Schwedischen- und die Kursächsischen Truppen unseren Ort.
Sie pressten Steuern und Abgaben, plünderten und brandschatzten erbarmungslos ohne Unterschied ob „Freund“ oder Feind. Die Einwohner flohen nach Groß Salze und trieben das verbliebene Vieh ans Ostufer der Elbe.
Von 39 Hauswirten (1616) wurden bei der Kirchenvisitation von 1651 noch 14 genannt. Ferner wird berichtet, dass nach einem erneuten Einrücken der Schweden lediglich noch 4 Häuser bewohnbar waren.

1636  

Die Pest wütet im Land. 27 Eggersdorfer Bürger sterben in Groß Salze, wohin sie sich vor den kriegerischen Horden geflüchtet hatten, an der Seuche.

1658  

Der Viehbestand im Ort wird ermittelt:
39 Pferde, 70 Stück Rindvieh, 124 Schafe und 35 Schweine.

1659   

Eggersdorf wird Grenzort mit Zollstation zwischen dem Herzogtum Magdeburg und der Anhaltinischen Grafschaft Mühlingen.

1680   

Nach dem Tod des Administrators August von Sachsen wird unser Ort Kursachsen zugeordnet.

1680-1682   

Im Ort grassiert erneut die Pest.

1705   

Im Ort werden gezählt:
5 Halbspänner, 6 Viertelspänner, 16 Kossaten, 1 halber Kossat und 10 Erntediener.
Viehbestand: 58 Pferde, 75 Kühe, 39 Rinder, 257 Schafe, und 132 Schweine.

1751   

Der Westteil des Langhauses der Kirche wird erneuert. Einbau einer barocken Empore.

1805   

Im Ort werden gezählt: 7 Halbspänner, 2 Viertelspänner, 19 Kossaten und 30 Häusler in 68 Gebäuden.
Viehbestand: 42 Pferde, 68 Stück Rindvieh 480 Schafe und 120 Schweine.

1806-1814  

Besetzung durch Napoleonische Truppen.
In jener zeit wurden mehrfach napoleonische Truppen in unserem Ort einquartiert. Auch Napoleon Bonaparte selbst soll sich im Juni 1813 in unserer Gegend (Alt-Salze) aufgehalten haben.
Eggersdorf wurde im Canton Groß-Salze des Elbdepartements dem neu gegründeten Königreich Westfalen zugeordnet.
Neben den Einquartierungen litten die Einwohner in jener Zeit unter den Kriegssteuern, den Zwangsabgaben von Naturalien und den Spanndiensten für die Besatzungsarmee. Besonders während des Aufmarsches für den Russlandfeldzug und dem Durchzug der geschlagenen Truppen litten die Dorfbewohner. Im November 1813 trafen die siegreichen, Russischen Truppen ein. Die Leiden der Bewohner unseres Ortes wurden damit nicht gemindert.

1816  

Eggersdorf wird Gemeinde im Landkreis Calbe der Preußischen Provinz Sachsen.

1828  

Mit der vom Preußischen König angeordneten Separation (Flurbereinigung) wurde auch in unserer Gemeinde das Ende der Dreifelderwirtschaft und eine umfassende Agrarreform eingeleitet, welche auch die Besitzverhältnisse modernisierte.

1834  

Die Eggersdorfer Windmühle auf dem heutigen Grundstück Chausseestraße 17 brennt ab.

1850 

Mit der Einführung des „Wanzlebener Pfluges“ beginnt die Tiefbearbeitung des Bodens und damit der großflächige Anbau von Zuckerrüben, der in den Folgejahren den ansässigen Bauern einen beachtlichen Wohlstand brachte. 

1852 

 

1857  

Unmittelbar an der neuen Bahnlinie nimmt die "Königliche Braunkohlengrube" die Förderung auf. In den Folgejahren wird in 10 Schächten Braunkohle im Tiefbau abgebaut. Zeitweise war die Grube die leistungsstärkste in Preußen und mit 250-300 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Gegend. Hauptabnehmer der Kohle war die Saline in Schönebeck.

12.05.1857 

Die Magdeburg-Leipziger-Eisenbahngesellschaft eröffnet das erste Teilstück der Strecke Schönebeck - Güsten. Zwischen Biere und Eggersdorf wird der Haltepunkt „EGGERSDORF“ auf „freiem Feld“ eröffnet. In den Folgejahren entstehen der Bahnhof und ein beachtlicher Güterverladeplatz. (Kohle und Zuckerrüben).

1866-1869  

Die Kreisstraßen von Eggersdorf nach Schönebeck und Großmühlingen werden gebaut.

1872  

Der erste, mit einer Dampfmaschine betriebene, Dreschsatz arbeitet im Ort.

1883  

Der Kaufmann Willhelm Scheplitz eröffnet in der Winkelgartenstraße 2 eine Postagentur.
 

1885  

Eggersdorf erhält Telefonanschluß. Die ersten öffentlichen Anschlüsse werden in der Poststelle und dem Bahnhof installiert.
 

1890  

Die noch nicht bebaute Straße vom Ort zum Bahnhof wird gepflastert.
 

1895  

Im Ort werden 173 landwirtschaftliche Betriebe gezählt. Das jetzt noch vorhandene Bahnhofsgebäude wird als Wohn- und Empfangsgebäude errichtet.
 

1902  

Die Pflasterarbeiten an der Chaussee vom Eggersdorfer Bahnhof nach Biere werden beendet.
 

1910  

Eggersdorf wird an die öffentlichen Netze für Gas und Elektrizität angeschlossen. Im Ort werden 10 Gaslaternen für die Straßenbeleuchtung aufgestellt. Initiiert durch den Bergbau und der Eisenbahn ist in jener Zeit eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen. Wilhelm Linde baut gegenüber vom Bahnhof seinen „Gasthof zu den zwei Linden“.
 

1914  

Der „neue“ (jetzige) Friedhof wird angelegt. Ältere Friedhöfe befanden sich im Umfeld der Kirche und auf dem Gelände des Sport- und Freizeitzentrums.
 

1914-1918  

Der I. Weltkrieg hinterlässt auch in unserem Heimatort seine Spuren.
43 Eggersdorfer Männer lassen ihr Leben an den Fronten oder an den Folgen von Verwundungen.
Mindestens 30 Kriegsgefangene werden bei den Bauern zur Arbeit eingesetzt. Die große Bronzeglocke der Kirche wird für die Kriegsindustrie eingeschmolzen.
 

1918  

Im verlauf der Novemberrevolution wird auch in Eggersdorf ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet.
 

1922  

Der Braunkohlenabbau wird eingestellt. Der letzte Schacht (Schacht X) wird 1924 geschlossen.
 

1925-1928  

Der Siedlungsverband „Neue Heimat“ baut 6 Doppelhäuser an der Nordseite der Bahnhofstraße.
 

1925  

Der Bürgermeister von Eggersdorf, Wilhelm Krebs, wird für die SPD in den Kreistag gewählt.
 

1927  

Der Schmiedemeister Karl Schäfter eröffnet vor seiner Schmiede in der Chausseestraße eine Tankstelle.
 

1933  

Nach der Machtübernahme Hitlers setzt auch in unserem Ort der faschistische Terror ein. Der Bürgermeister Wilhelm Krebs (SPD) wurde von den Nazis abgesetzt. Auf dem Tränkeplatz wurde die damalige Reichsflagge schwarz-rot-gold öffentlich verbrand.
Bei den Kommunalwahlen im März wird die NSDAP „stärkste“ Partei im Ort. Die trotz des Terrors gewählten Vertreter der SPD nehmen ihr Mandat nicht an. In der Folgezeit werden 7 aktive Mitglieder von SPD, KPD und Eiserner Front inhaftiert.
 

1934  

10 Arbeitslose gründen die Kleinsiedlungsgenossenschaft „Eigene Scholle“ und bauen am Ortsausgang nach Großmühlingen 5 Doppelhäuser vorwiegend in Eigenleistung.
 

-  

Bei einer Treibjagd in der Eggersdorfer Flur werden 378 Hasen geschossen.
 

1935  

In Eggersdorf werden 1200 Einwohner gezählt.
 

1936  

Die freiwillige Feuerwehr wird gegründet.
 

-  

Das Luftschiff „Graf Zeppelin“ LZ 130 überfliegt tief unseren Ort.
 

1939-1949  

Deutschland beginnt den II. Weltkrieg. 
Im Verlauf des Krieges lassen 65 Eggersdorfer Männer ihr Leben auf den Kriegsschauplätzen der Welt. Im Ort wird ein Außenlager des Gefangenenlagers Altengrabow eingerichtet. Die Gefangenen und zahlreiche Zwangsarbeiter mussten bei den Bauern und in einigen Privathaushalten arbeiten.
In den letzten Kriegsjahren wurden ausgebombte Familien und zahlreiche Flüchtlinge aus den östlichen Kampfgebieten einquartiert.
 

11.04.1945  

Die Ankunft von über 300 KZ-Häftlingen, die sich auf dem Todesmarsch aus dem Lager Harzungen des KZ Dora –Mittelbau befanden, löst bei den Eggersdorfer Bürgern großes Entsetzen und Furcht aus.
 

12.04.1945  

Truppen der 9. US-Amerikanischen Armee besetzen kampflos unseren Ort.
Ein Freudentag für die KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter.
In Eggersdorf ist der Krieg damit beendet.
4 Eggersdorfer werden von den Besatzungstruppen verhaftet, später jedoch wieder frei gelassen. Am 24.04 1945 werden die Amerikaner von Britischen Truppen abgelöst.
 

01.06.1945  

Eggersdorf gehört zur Sowjetischen Besatzungszone.
In der Folgezeit werden 10 Männer aus dem Ort verhaftet. Von ihnen kehren 3 nicht zurück.
 

1946  

Im Ergebnis der von der Besatzungsmacht angeordneten Bodenreform werden 2 Bauern enteignet und 7 Neubauernwirtschaften an ehemalige Landarbeiter übergeben.
 

-  

Aus den osteuropäischen Ländern und den ehemals ostdeutschen Gebieten treffen viele Vertriebenenfamilien im Ort ein. Sie werden von den Behörden zu den Hausbesitzern eingewiesen, was die Wohnraumsituation im Ort weiter dramatisiert.
 

-  

Nach dem Zusammenschluss von SPD und KPD zur SED finden die ersten Gemeindewahlen nach dem Krieg statt. Es stehen Kandidaten aus SED, LDPD, CDU, Frauenausschuss und VdgB zur Wahl.
 

1950  

Nachdem aus der Sowjetischen Besatzungszone 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gebildet wurde, erfolgte auch eine territoriale Neugliederung der Verwaltung. Eggersdorf gehört nun zum Kreis Schönebeck im Bezirk Magdeburg.
 

-  

Unser Dorf bekommt nach jahrelangen Bemühungen einen Sportplatz.
 

1953  

Von einigen Neubauern und Landarbeitern wird die Landwirtschaftliche
Produktionsgenossenschaft (LPG) „Salzfeld“ gegründet. Zunächst bearbeitet die Genossenschaft den Boden der eingetretenen Neubauern und Land der in die Bundesrepublik übergesiedelten Bauern.
In der Folgezeit (1955-1959) werden im Ort für LPG-Mitglieder, vom Staat gefördert, 11 ländliche Einfamilienhäuser als „LPG-Hauswirtschaften“ gebaut.
 

1966  

Von mehreren LPG en wird die Zwischengenossenschaftliche Bauorganisation „Landbau“ mit Sitz in Eggersdorf gegründet. In den folgenden Jahren entwickelt sie sich zu einem der großen Arbeitgeber im ländlichen Umland.
 

1978  

Für die Umsiedlung der Familien aus den gefährdeten Altbergbaugebieten wird der Wohnblock Chausseestraße 34-34b mit 20 Wohnungen gebaut.
 

1979  

Bei großer freiwilliger Mitarbeit der Eggersdorfer Bürger werden die Haushalte an die zentrale Trinkwasserversorgung angeschlossen.
 

1981  

Eggersdorf wird Mitglied des Gemeindeverbands „Mühlingen“ mit den Dörfern Großmühlingen, Kleinmühlingen und Zenz.
 

1982  

Für 16 Familien von Mitarbeitern ländwirtschaftlicher Betriebe werden die Reihenhäuser in der Chausseestraße 36-50 gebaut.
 

1989  

Mit großer Beteiligung der Bürger und viel Aufwand begeht die Gemeinde ihr 775 jähriges Jubiläum. Als Nachweis dient eine Urkunde aus dem Jahre 1214.
 

1990  

Die erste Wahl nach dem Anschluss der Deutschen Demokratischen Republik an die Bundesrepublik Deutschland ergab für die Gemeindevertretung folgende Sitzverteilung: 

  - Bauernverband                                                       2 Sitze
 - Bund Freier Demokraten                                      4 Sitze
 - Christlich Demokratische Union                         4 Sitze
 - Partei des Demokratischen Sozialismus          4 Sitze 
 - Demokratischer Frauenbund Deutschlands    1 Sitz
 - Sozialdemokratische Partei Deutschlands       4 Sitze

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Aus den landwirtschaftlichen Genossenschaften entstehen 3 größere private Agrarbetriebe welche die Eggersdorfer Flur bearbeiten.

1993  

Eggersdorf gründet mit den Orten Biere und Welsleben die
Verwaltungsgemeinschaft „Bördeland“.

1994  

Die westliche Seite der Gartenstraße wird mit 10 Doppelhäusern bebaut.

2000  

Wegen mangelndem Schülernachwuchs wird die Eggersdorfer Schule geschlossen.
Nach über 300 Jahren Lehrtätigkeit werden im Ort keine Kinder mehr unterrichtet.

2003  

Von der Verwaltungsgemeinschaft „Bördeland“ wird auf dem „Alten Friedhof“ und dem Grundstück des Zanderschen Saales das Sport und Freizeitzentrum „Bördeland“ errichtet.

2004  

Die Verwaltungsgemeinschaft „Südöstliches Bördeland“, bestehend aus den Dörfern Eggersdorf, Biere, Welsleben, Großmühlingen, Kleinmühlingen, Zenz, und Eickendorf wird gebildet.

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Die Eggersdorfer Haushalte werden an die regionale Abwasserentsorgung angeschlossen.

2005  

Eggersdorf feiert sein 800 jähriges Bestehen.
Von den Mitgliedern des Kultur- und Heimatvereins wird eine Urkunde aus dem Jahre 1205 ermittelt.

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Im Neubaugebiet „Rötheweg“ werden, vorwiegend von Familien umliegender Orte, 31 Einfamilienhäuser errichtet.

28.12.2007  

2007 Eggersdorf verliert seine Eigenständigkeit.
Unser Ort bildet gemeinsam mit den Nachbardörfern Biere, Eickendorf, Zens, Großmühlingen, Kleinmühlingen und Welsleben die Einheitsgemeinde „Bördeland“ und wird Ortsteil dieser Gemeinde.

 

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